Gottes Stimme hören und kennen
Ausgabe Februar / März 2010 - Eva Baumeister, Herrnhut, stammt aus dem CJB Kitzingen

Es begeistert mich, dass wir als Gottes Kinder seine Stimme hören und kennenlernen können! Ich wüsste nicht, wo ich heute wäre, ohne seine Führung, seine Leitung und seine Worte. Rückblickend kann ich sagen: „Gottes Wege zu gehen ist das Beste!“
Auch wenn ich in manchen Situationen dachte „Wo soll das nur hinführen?“, bin ich heute dankbar und erstaunt zugleich über die Genauigkeit und Perfektion seiner Führung. Manchmal gab es Situationen, in denen ich mich in Bewegung setzen und losgehen musste, bevor ich Gottes Stimme richtig erkannte oder bereit war, in die Richtung zu gehen, die er wies. Dann erlebte ich, dass er neu die Freiheit für sein Reden und seine Korrektur gibt.

Wer Gottes Stimmer erkennen will, braucht Zeit
Um Gottes Stimme zu erkennen brauche ich Zeiten nur mit ihm, in Ruhe und Stille. Zeiten, in denen ich den Klang seiner Stimme kennenlerne, indem ich begreife, wo Gottes Herz schlägt. Genau wie ein kleines Kind, dass viel Zeit mit den Eltern verbringt und dabei die Stimmen der Eltern kennenlernt und ihr Wesen erfasst, muss ich viel Zeit mit Gott und seinem Wort verbringen, weil ich lernen möchte, seine Stimme deutlicher zu hören.

Seine Stimme ist vielfältig und begegnet mir auf verschiedene Art: durch Worte anderer Menschen – durch ein Bild, das mir im Alltag begegnet – durch eine Situation, die mir beim Beten einfällt – durch eine Bibelstelle, die mir ins Auge fällt und zu meinem Herzen spricht, wie die Stimme eines Freundes und auf manche andere Art.

Dabei habe ich gelernt, dass sich Gottes Stimme und sein geschriebenes Wort niemals widersprechen! Darum ist es notwendig sein Wort gut zu kennen, damit ich immer weniger meine eigenen Wünsche und Sehnsüchte mit „Gottes Reden“ verwechsle und immer besser lerne das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Immer wieder habe ich erlebt, dass Gott mich einen Weg leitet, der gegen meine Wünsche und Vorstellungen geht. Das kann durchaus passieren, denn schließlich ist er Gott. Er hat das Recht dazu, denn er hat den Überblick – ich nicht. Manchmal traute Gott mir etwas zu was ich mir selbst nicht zutraute. Manchmal hatte er eine Perspektive, wo ich nicht sehen konnte, wie ich mit den zu erwartenden Situationen umgehen sollte. Aber das ist ja eigentlich auch nicht notwendig, wenn ich Gott vertraue, dass er mit mir ans Ziel kommt.

Wer Gottes Stimme erkennen will, braucht andere Christen
In all dem merke ich, wie wichtig Christen füreinander sind, und wie konkret Gottes Stimme in Korrektur und Ermutigung füreinander sein kann. Ich liebe es anderen Menschen Geschenke zu machen und besonders mag ich es, von Gott Ermutigungen für Andere zu bekommen und sie weiter zu geben. Sicherlich muss man genau prüfen, was von Gott kommt und was eigene Gedanken sind. Vieles behält man besser für sich, aber ich habe auch erlebt, wie hilfreich das sein kann, wenn man sorgfältig abwägt, und prüft, ob ein Bild oder Wort durch die Bibel und durch Geschwister bestätigt wird.

Vor einigen Wochen war ich bei einem Gebetstreffen. Ich kannte nur sehr wenige Teilnehmer. Nach einer Zeit des gemeinsamen Singens und der Anbetung Gottes bat uns der Leiter auf Gott zu hören und ihn zu fragen, ob wir eine Ermutigung für Andere aus der Gruppe weitergeben sollen.

Ich bat Gott um eine Ermutigung für eine Frau, die ich kannte und für die ich mir etwas wünschte. Doch während des Wartens, auf einen Gedanken von Gott merkte ich, dass ich eine Frau ermutigen sollte, die ich zuvor noch nie gesehen hatte und mit der ich auch vor dem Gebetstreffen nicht mehr als ein flüchtiges „Hallo“ gewechselt hatte. Als der Zeitpunkt kam, die Ermutigungen weiter zu geben, teilte ich meine Eindrücke mit und die Frau war völlig überrascht. Überrascht schon von der Tatsache, dass jemand, der sie überhaupt nicht kennt, ihr etwas zuspricht und überrascht von dem was sie zugesprochen bekam. Ich war auf sie aufmerksam geworden und wurde an Elia erinnert den Gott während der Trockenzeit versorgte (1. Könige 17). Mein Eindruck war, dass Gott ihr zuspricht, dass er ihre Nöte kennt, sieht und jeder einzelnen begegnen wird. „Verlass Dich nur darauf, dass seine Liebe zu Dir niemals aufhört.“ hatte ich ihr zugesprochen. Der Leiter des Gebetstreffens, der die Frau seelsorgerlich begleitet, bestätigte es und sagte: „Auch ich wurde an Elia erinnert und kann genau das entdecken, was Eva sagte!“

Wir beteten weiter und ich sah vor meinem inneren Auge einen Kelch und Brot und wusste sogleich, dass es wieder ein Zuspruch für dieselbe Frau war. Das Bild, das ich gesehen hatte erklärte ich ihr und ermutigte sie, regelmäßig das Abendmahl einzunehmen, die Rettung und Heilung durch den Tod Jesu zu proklamieren und an ihre eigene vollständige Heilung zu glauben. Ich wusste nicht, dass sie eine schwere Krankheitsgeschichte hat. Ich sprach diese Gedanken aus, die ich nur Gott zuschreiben konnte und auch das wurde bestätigt, als sich eine andere Dame aus dem Kreis zu Wort meldete die das gleiche Bild gesehen hatte und sie ebenso ermutigte, regelmäßig das Abendmahl einzunehmen und Gottes Gegenwart und Heilung zu proklamieren. Erst nach dem Abend erfuhr ich, wie genau diese Ermutigung in ihre Situation passte.

So konkret habe auch ich Ermutigung und Hinweise Gottes durch Geschwister erlebt.

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir. (Joh. 10, 27)
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