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Dabei sein, damit eine andere dabei ist
Ausgabe Nr. 4, August / September 07 - Christa Hübner, LKG Burgthann-Schwarzenbach

Ich lernte Katja im Mutterkindkreis (Mkk) unserer letzten Gemeinde, den sie mit ihren beiden Kindern besuchte, kennen. Uns Gemeindefrauen der Stadtmission Nidda war es ein Anliegen, zu den Teilnehmerinnen des Mkk persönliche Kontakte aufzubauen.
Deshalb war es bei uns üblich, dass wir uns auch zwischendurch zum Kaffeetrinken, Frühstücken, Spazierengehen oder zu Spielplatz- Besuchen trafen. Bei unserem Zusammensein unterhielten wir uns über unsere Kinder, Beziehung, Familie, Hobbys, Beruf und noch so manches mehr. Im Sommer trafen wir uns ab und zu im Freibad in einer bestimmten Ecke der Liegewiese. Hin und wieder machten wir miteinander Ausflüge. Schön waren auch unsere gemeinsamen Grillfeste mit der ganzen Familie, die einmal im Jahr stattfanden. Es herrschte eine offene und lockere Atmosphäre, in der sich viele Frauen wohl fühlten, gerade auch solche, die sonst keinen Kontakt zu einer Gemeinde hatten und auch nichts oder nicht viel von Jesus wussten. Wir wollten durch das teilhaben Lassen an unserem Leben „Brückenbauer“ in die Gemeinde und für ein Leben mit Jesus sein.

Am Anfang meiner Bekanntschaft mit Katja gingen wir zusammen mit anderen Muttis und unseren Kindern auf den Spielplatz. Kurz darauf war ich zu „Predigersfrauen- Tagen“ eingeladen. Ich überlegte, wie erkläre ich meinen neuen Freundinnen, was das ist. Im Stillen betete ich:„Herr Jesus, gib mir verständliche Worte.“ Ich war auf die Reaktion der Frauen gespannt. Katjas Reaktion überraschte mich. Sie fragte einfach nach - ganz natürlich. Sie wollte wissen, was wir da machen, was Stadtmission bedeutet usw. Ich war richtig baff. Mit so viel Offenheit hatte ich gleich zu Beginn unserer Bekanntschaft nicht gerechnet. Sie sagte: „Ja, was denkst du, warum ich in den Mutterkind-Kreis der Stadtmission gehe? Wenn ich nichts über den Glauben und Jesus erfahren möchte, dann könnte ich auch wo anders hingehen.“ Einfach klasse! Wir wollten von der Stadtmission wollten vorsichtig sein, die Frauen nicht bedrängen. Und da war eine Frau, die wollte einfach so mehr wissen.

Mit der Zeit bekam Katja immer mehr Interesse. Sie besuchte unsere Gäste- und später auch die normalen Gottesdienste und ging zum Frauenfrühstückstreffen. Nach einem dieser Treffen ließ sie sich zu einem Gesprächskreis über Lebens- und Glaubensfragen einladen, später in einen neuen Hauskreis, der noch von einigen Leuten aus der Gemeinde verstärkt wurde. Es war richtig schön zu sehen, wie die Frauen Jesus besser kennen lernen wollten, wie sie oft kritische Fragen stellten, besonders auch Katja. Wir hatten eine intensive Zeit miteinander und trafen uns auch weiterhin untereinander zum Frühstücken, oder unsere Kinder spielten am Nachmittag zusammen.

Es gab aber auch Krisen. Eine Zeit lang gab es zwei Lager im Hauskreis:„Ihr die Gemeindeleute und wir die Mkk-Frauen“. Das war eine schwere Zeit für uns alle. Ich denke, die Frauen hatten auf einmal Angst. Sie kamen mit manchem nicht so schnell mit, wie manche das im Hauskreis wollten. Ich versuchte immer wieder zu vermitteln. Mit der Zeit legten sich diese Spannungen, doch wir hatten lange daran zu arbeiten. Besonders für Katia war es schwer. Deshalb suchte ich immer wieder das Gespräch mit ihr.

Katja selbst schreibt zu unserem gemeinsamen Weg Folgendes.

Das Thema persönliche Begleitung finde ich aus eigener Erfahrung sehr wichtig. Dadurch, dass mir Christa Hübner zur Seite stand, führe ich heute noch mein Leben mit Jesus.

Ich hatte mich seit dem Teenageralter mit dem Glauben beschäftigt und habe mich mit Ende 20 für ein Leben mit Jesus entschieden und bin anfangs oft in die Gemeinde und zum Hauskreis der Stadtmission gegangen. Ich fühlte mich am Anfang richtig beschwingt. Aber mit zunehmender Zeit hatte ich an meiner Entscheidung Zweifel, und es kamen einige unbeantwortete Fragen wieder in mir hoch. Ich fühlte mich richtig schlecht und allein gelassen. Ich konnte aber von mir aus in dieser Situation niemanden aktiv ansprechen. Um so froher bin ich zurückblickend, dass Christa mich in regelmäßigen Abständen nach meinem allgemeinen und auch meinem christlichen Wohlbefinden fragte. Ich merkte so, dass ich ihr als Mensch wichtig war und konnte in vielen intensiven Gesprächen wieder eine nähere Beziehung zu Gott und zur Gemeinde finden. Ich bin Christa sehr dankbar, dass sie immer wieder die Sprache auf Gott gebracht hatte, obwohl ich bestimmt nicht immer gleich voller Euphorie und manchmal auch genervt war. merkte und es akzeptierte, wenn ich nicht reden wollte.

Aus eigener Erfahrung finde ich es wichtig, dass wir Christen uns untereinander und auch am Glauben interessierte Menschen aktiv ansprechen und fortwährend begleiten sollten. Natürlich sollte sich dabei niemand bedrängt fühlen. Die richtige Mischung finden wir, wenn wir darüber mit Gott sprechen und ihn um seine Hilfe bitten. Schade wäre es, durch falsche Rücksichtnahme und Passivität Christen zu verlieren oder Menschen nicht zum Glauben führen zu können.
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