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Mit Freude und Leidenschaft dabei
Ausgabe Nr. 5, Oktober / November 07 - Birgit Köhler, LKG Cadolzburg

Es ist nun ungefähr drei Jahre her. An einem Nachmittag trug ich die „Ehemaligen“ unserer Mutter-Kind-Gruppe in eine Liste ein. Ich hatte zu diesen Frauen in den zweieinhalb oder mehr Jahren, die wir im Mu-Ki-Kreis zusammen waren, oft eine innige Beziehung aufgebaut. Nach vielen Jahren weg von Kirche und Gott waren auch erste Fragen über den Glauben an Jesus Christus aufgebrochen, die teilweise in persönlichen Gesprächen ehrlich hin und her bewegt wurden.
Sollten Kindergebete und christliche Traditionen mit ein wenig Andacht nun alles gewesen sein, was wir als Landeskirchliche Gemeinschaft diesen jungen Frauen, die gerade den Weg zu uns gefunden hatten, mitgeben konnten? Das trieb mich um!

„Ich bin dabei“, das bedeutet für mich: Ich nehme meine Umwelt wahr. Dann gestalte ich etwas, das den Bedürfnissen meiner Mitmenschen entspricht. So entstand bei mir die Idee, für die ehemaligen und aktiven Muttis unseres Mu-Ki- Kreises ein neues Angebot zu schaffen. Es sollte ein Abend sein, bei dem nun die Mütter der Mittelpunkt sind und sie in ihrer Lebenssituation abgeholt werden und sie etwas für Ihren Alltag mitnehmen können. Es sollte aber auch ein Abend sein, wo man sich wohlund verstanden fühlt und dann auch tiefere geistliche Impulse mitbekommt, als in der Mu- Ki-Kreis-Andacht. So wurde die Idee zu unserer „Familienpause“ geboren.

Den ersten Abend habe ich noch mit viel Eigenengagement nahezu im Alleingang organisiert. Aber zum Glück gibt es nicht nur außenstehende, ehemalige Mütter. So ist inzwischen ein kleines Team von LKG-Müttern entstanden, das die Vorbereitungen gemeinsam mit mir in die Hände nimmt. Ich bin dafür sehr dankbar und merke, wie wir uns gegenseitig motivieren und tragen.

Unsere „Familienpause“-Abende finden dreimal im Jahr statt und haben Themen aus dem Lebensumfeld der jungen Frauen zum Inhalt, z.B. „Pflegetipps für Körper und Seele“ mit anschließender Schminkberatung einer Kosmetikerin oder „Geschwisterkonstellationen“ über die Rollenverteilung bei Kindern. Einmal hieß unser Thema auch „Das Leben ist schön“. Der Austausch untereinander mit selbst gemachten Leckereien und Getränken in schönem Ambiente ist dabei nicht nur Beiwerk, sondern wesentlicher Bestandteil.

Inzwischen besteht unsere „Familienpause“ schon seit drei Jahren. Am meisten freut mich nach wie vor, dass unsere Muttis auf diese Abende hinfiebern und bei zufälligen Treffen auf der Straße nach dem nächsten Termin fragen. Es ist schon ein gutes Gefühl, wenn man den Nerv der Mitmenschen getroffen hat und ein positives Feedback bekommt. Auch mein persönlicher Glaube hat sich verändert. Die anfängliche Angst, die Abende könnten nicht angenommen werden, weil es „zu christlich“ zugeht, ist mehr als unbegründet. Unsere Mitmenschen haben mehr Interesse an christlichen Themen und an unserer Botschaft, als wir meist glauben. Es macht mich glücklich, wenn die jungen Frauen ganz selbstverständlich abends und ohne Kind gerne den Weg zu uns in die Landeskirchliche Gemeinschaft finden. Man bekommt Mut weiter zu machen. Ich spüre, dass wir wirklich eine sehr gute Botschaft für unsere Cadolzburgerinnen haben. Eine, die sonst eben kein Verein bieten kann. Ich bin freier geworden, fremde Menschen in die LKG einzuladen. Ich staune über mich selbst, wie ich inzwischen mit genauso viel Freude und Leidenschaft vom Glauben und der LKG erzähle wie andere über ihren Tennis- oder Ski-Club. Das sind alles Eigenschaften, die ich vor einigen Jahren bei mir noch nicht feststellen konnte. Ich kann nur allen Mut machen, durch eigene Ideen ihre Gemeinschaft mitzugestalten. Nur wenn wir uns gebrauchen lassen und einbringen, können wir die Menschen von heute erreichen, Menschen, die Jesus Christus noch nicht kennen. Trotzdem ist mir immer bewusst, dass alles Organisieren und Vorbereiten nicht reicht. Mich beschleicht vor jeder „Familienpause“ neu die Angst, dass keiner kommt. Aber gerade hier kann ich üben zu vertrauen, vertrauen, dass Jesus Segen gibt, vertrauen, dass Jesus will, dass wir Menschen erreichen und auch vertrauen, dass er aus einem vermeintlich misslungenen Abend Gutes bewirken kann.

In unserer Gemeinschaft gab es nicht nur Jubel, als ich mit der neuen Idee ankam. Haben wir nicht schon genug Angebote? Wo sind die Mitarbeiter? Aber vielleicht müssen wir manche alten Zöpfe abschneiden: Solche, die zu ihrer Zeit sehr gut waren, weil sie die Menschen ihrer Zeit erreichten, aber die Birgit Köbler Gesellschaft und mit ihr die Lebensformen haben sich geändert? Manchmal geben wir uns viel Mühe mit Angeboten, die in der heutigen Zeit einfach nicht mehr ansprechend sind und somit eben nicht zum Ziel führen, zum Ziel, Menschen mit Jesus bekannt zu machen. Behindern wir nicht manchmal durch Traditionen und das Festhalten an alten Konzepten, dass Mitarbeiter begeistert neue Ideen verwirklichen?
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