Lieber Herr Seyfferth, Sie sind mit ihren 96 Jahren eines unserer ältesten Mitglieder in der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Wie hat die Arbeit der LKG bei Ihnen in Schwarzenbach angefangen Ich selbst war damals noch ein Kind, aber ich weiß einiges von meinem Vater und meinem Großvater. Bevor die Gemeinschaft entstanden ist, bestanden schon Hauskreise. Mein Großvater war der erste Hauskreisleiter. Andere Kreise gab es noch nicht. Wir sind mit den Eltern in die Gemeinschaftsstunden und in den Gottesdienst mitgegangen. Später, als der Christliche Verein Junger Männer gegründet wurde, wollten die Frauen auch einen Kreis haben. Diese Stunden hat dann Schwester Anni bei uns im Haus gehalten. Da kamen auch zwei Mädchen aus Grobenberg, die hat meine Mutter immer zum Kaffeetrinken eingeladen. Mein Bruder und ich sind mit den beiden Mädchen dann bekannt geworden und dann sind sie unsere Frauen geworden.
Wissen Sie, wie ein Hauskreis damals abgelaufen ist? Sie haben Lieder gesungen, in Predigtbüchern und Missionsblättern gelesen, sich über die Predigt des Gottesdienstes ausgetauscht und auch ihre eigenen Erlebnisse erzählt. Wie das halt so war.
Wie ging es dann mit den Hauskreisen weiter? Frau Leupold, die neu zum Kreis hinzugekommen war, lud Bruder Weckerle, den Prediger aus Hof ein. Von da an wurden die Stunden von ihm und weiteren Brüdern aus Naila gehalten.
Mit welchen Schwierigkeiten hatten die Kreise damals zu kämpfen? Als wir uns in der Wohnung von Frau Leupold trafen und die Leute immer mehr wurden, duldete der Hausbesitzer das nicht mehr und wir mussten einen neuen Raum suchen. Es hat immer am Raum gefehlt. Wir haben uns danach gesehnt, einen Raum zu haben, aber wir konnten nichts bauen. Die Leute waren nach dem ersten Weltkrieg alle arbeitslos.
Wie kam es, dass der Kreis so gewachsen ist? Durch Einladung besonders, wenn Bruder Weckerle kam. Als der Erste Weltkrieg aus war, waren die Leute noch mehr empfänglich für Gottes Wort.
Was hat Ihnen damals besonders gefallen? Die Leute haben sich untereinander öfters getroffen.
Gibt es etwas, das wir von früher lernen können? Sich an das Wort halten und die Bibel lesen. Man hat damals mehr danach gefragt, was Jesus will.
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