Blickpunkt: Sr. Eva Maria, Sie haben in der Diakonie-Gemeinschaft durch den Gebetsplan einiges mit dem Thema Gebet zu tun. Welche verbindlichen Gebetszeiten gibt es im Mutterhaus?
Sr. Eva Maria Klöber: Im Rahmen der täglichen Morgenandacht gibt es einen Gebetskalender, in dem alle unsere Mitarbeiter, Ehrenamtlichen, Dienstbruderschaftsgeschwister und Diakonissen alphabetisch erfasst sind. So werden täglich etwa 8 bis 10 Personen namentlich vor Gott gebracht. Beim Mittagslob, mit dem wir unsere Arbeit unterbrechen und das mehr liturgisch gestaltet wird, geht es um den Lobpreis des ewigen, gnädigen Gottes. Als Gebetsimpuls dazu hören wir Verse aus dem Wochenpsalm. Das Abendgebet wird als Fürbitte in den Wohngruppen unterschiedlich gestaltet. Als Orientierungshilfe haben wir unseren eigenen monatlichen Gebetsplan, dazu kommen Impulse aus dem Lausanner Gebetsheft und von „Open doors“, deren Anstöße aus der verfolgten Christenheit stammen. Darüber hinaus wissen wir uns für ganz bestimmte Missionare/Missionarinnen verantwortlich. Der Wochenschlussgottesdienst gibt neben der Predigt dem gemeinsamen Gebet Raum. Dazu werden konkrete, aktuelle Anliegen genannt. Dieses Gebet umfasst meist mehrere Kontinente – auch die politische Lage hat Raum. Regelmäßig wird an die gedacht, die in der darauf folgenden Woche Geburtstag haben. Dabei werden auch die Prediger und Angestellten des LKG erwähnt.
Blickpunkt: Sicher gibt es daneben manche Zeiten des individuellen Gebetes der einzelnen Schwestern. Haben sich neben den verbindlichen Zeiten aber auch andere Zeiten des gemeinsamen Gebetes entwickelt?
Sr. Eva Maria Klöber: Das Gespräch der einzelnen Diakonisse mit ihrem Herrn ist der Auftakt an jedem Morgen und der Schlussakkord an jedem Abend. Gemeinsame Gebete entwickeln sich stets auch im Anschluss an Gespräche, vor und nach Sitzungen, vor Reisen, vor dem Losfahren mit dem Auto, vor den Mahlzeiten. Da sind nirgends Grenzen gesetzt. Einmal im Monat feiern wir auch einen Gebetstag mit vier unterschiedlichen Gebetszeiten in mehreren Kleingruppen und einem gemeinsamen Abschluss mit Abendmahlsfeier. Fester Bestandteil dieses Abends ist es, uns gegenseitig zu erzählen, was wir Neues mit Jesus erlebt haben.
Blickpunkt: Sie stellen für das Gebet einen monatlichen Gebets-Plan zusammen. Was wird da alles eingeplant?
Sr. Eva Maria Klöber: In diesem Plan stehen für jeden Tag Impulse zum Danken und zur Fürbitte. Alle eigenen Maßnahmen wie Sitzungen, Freizeiten, Seminare, Dienste unserer Schwestern außerhalb des Hauses sind darin vermerkt. Auch sämtliche Freizeiten des cfr kommen darin vor. Manchmal beten wir heftig für eine Freizeit, von der wir hinterher erfahren, dass sie aus Teilnehmermangel gar nicht stattgefunden hat. Aber ich denke, Gott stört das nicht und uns auch nicht. Alle Menschen, die eine Sorge haben, können und uns das melden, können darin aufgenommen werden. Natürlich geschieht das dann namentlich verdeckt. Das Leid in den Familien unsres Ortes – soweit es uns bekannt ist – hat auch darin Platz. Dieser Gebetsbrief wird auch an Menschen außerhalb des Mutterhauses geschickt, die sich verpflichtet haben, diese Anliegen vor Gott zu bringen. So sind wir von einer treuen Schar von Betern umgeben. Manchmal erfahren wir, dass sich eine Krankheit gebessert hat oder besiegt wurde. Das ist dann Grund zum Danken.
Blickpunkt: Vielen Dank für das Gespräch!
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