Ich fühlte mich elend, mein Körper war schwer wie Blei, meine Beine hatten keine Kraft. Ich schleppte mich zum Frühstück, danach feierten wir Gottesdienst – ich wollte doch unbedingt mit dabei sein.
Nach dem Gottesdienst hatten wir noch eine Stunde Zeit bis zum Mittagessen. Die Freizeitteilnehmer nutzten die Zeit zu einem herrlichen Spaziergang. Ich konnte nicht mit. Ich war so erschöpft und musste mich ins Bett legen. Auch am Nachmittag war es so. Die ganze Gruppe ging wandern. Ich ging ins Bett. Ich war ziemlich traurig. Jedoch tief innen hatte ich den Eindruck, dass Gott mir auf irgendeine Art und Weise helfen würde. Auch am zweiten Tag war keine Besserung in Sicht. Am dritten Tag, nach der Bibelarbeit – dazu hatte ich mich immer aufgerafft – saß ich am Bettrand und dachte, heute gehe ich nicht ins Bett. Hinter dem Haus steht eine Bank, auf die setze ich mich, dann kann ich wenigstens die schönen Berge sehen und die frische Luft genießen.
Als ich um die Ecke des Hauses bog, stand dort ein kleiner Junge von etwa vier bis fünf Jahren. Er sprach mich an und sagte: „Komm mit mir zur Schaukel“ Sie stand auf der anderen Seite der großen Rasenfläche. Ach, du liebe Zeit, danach war mir nicht zumute. „Ach nein“, sagte ich, „ich möchte mich ein wenig auf die Bank setzen.“ „Ach, komm halt mit“, bettelte der Junge. Ich hatte mehrere Gründe gefunden, um Nein zu sagen. Schließlich sagte ich: „Schau, das Gras ist noch ganz nass, da bekomme ich nasse Füße, da kann ich nicht mitgehen.“ Er lachte, bückte sich auf die Erde, tatschte mit seinen Händchen auf das Gras. „Sieh mal, das ist ganz trocken. Komm doch mit!“ Aus Mitleid ließ ich mich überreden und ich ging mit ihm. Freudig sprang er voraus und schon saß er auf der Schaukel. Als ich so neben der Schaukel stand, sah ich, unmittelbar vor mir war ein kleiner Gewürzgarten. Er war von einem niedrigen Zaun umgeben und in der Ecke dieses Zaunes – direkt vor mir – stand ein Salbeistock. Ich stand wie angewurzelt. „Herr Jesus, du hast mich durch dieses Kind hierher geführt“ – so ging es mir durch den Sinn. Salbei hat mir in solchen Situationen schon oft geholfen. Ich war überwältigt und konnte Jesus nur Danke sagen. Ich spürte handgreiflich die Gegenwart, Liebe und Fürsorge meines Herrn. Für mich war klar; Jesus hat mich in die Ecke dieses Gartens geführt. Und der kleine Junge – er war plötzlich verschwunden.
Ich habe einige Salbeiblätter gekaut. Und das Wunder geschah; am nächsten Tag war ich wieder gesund. – Was mich an Jesus fasziniert? Er ist ein lebendiger und gegenwärtiger Herr, mit ihm man konkret rechnen und wundersame Dinge erleben kann.
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