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Contra: Fragen an den interreligiösen Dialog
Ausgabe Oktober / November 2009 - Andreas Späth, 1. Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB)

Die Frage ist, was man unter interreligiösem Dialog versteht. Geht es um ein Gespräch von Anhängern verschiedener Religionen und Christen, dann ist das natürlich zu begrüßen.
Selbst ein Gespräch, das nicht direkt die Bekehrung des Gegenübers zum Ziel hat, ist mitunter legitim. Letztlich ist die Wirkung nicht von unserer Intention abhängig. Wird Gottes Wort authentisch weitergesagt, so spricht und wirkt es aus sich selbst.

Häufig wird im Rahmen des interreligiösen Dialoges aber der Verzicht auf eine Missionsabsicht zur Grundbedingung oder zum Ziel erklärt. Argument dabei ist, dass ein friedliches Zusammenleben nur so möglich sei. Spätestens hier wird aus christlicher Sicht eine Grenze überschritten, wenn verlangt wird, ein weltliches Dogma explizit und a priori über die Autorität Christi zu stellen. In dieser Form ist der interreligiöse Dialog dann letztlich eine Absageformel an Gott selbst, da seine Gebote zur Verhandlungsmasse gemacht werden.

Diese Form des „Dialoges“ verbreitet sich als Forderung rasant und wirkt auf viele inzwischen so selbstverständlich, dass Mission an sich als Problem gesehen wird. Dabei wird die Religionsfreiheit schleichend mit dem Argument des sonst durch Absolutheitsansprüche bedrohten Friedens ausgehöhlt. Dabei wird unterlassen zu fragen, wer eigentlich unfriedlich ist, also statt zu Argumenten zur Gewalt greift. Dabei wird nicht erklärt, warum jemand legitim Gewalt ausüben können sollte, bloß weil jemand glaubt, Christus sei der einzige Heilsweg.

Nicht der Dialog ist Voraussetzung des friedlichen Zusammenlebens, sondern die Friedfertigkeit des Einzelnen. Ein Dialog, der vom Partner die Vorleistung erwartet, auf einen Teil seines Glaubens zu verzichten, etwa den Absolutheitsanspruch Christi wie er im Missionsbefehl oder Joh.14,6 zum Ausdruck kommt, hat bereits das von der Gegenseite womöglich angestrebte Ergebnis vorweggenommen. Ein Dialog unter Ablegung des christlichen Dogmas ist damit kein Dialog, sondern bereits ein „Missionserfolg“ des Durcheinanderbringers. Wenn wir als Christen „ernsthaft davon überzeugt sind, dass alle Nichtchristen verloren gehen, dann ist der Dialog ohne missionarische Absicht ein grausames, liebloses Experiment“, so ein überzeugter Moslem mir gegenüber.

All das gilt in erhöhtem Maße natürlich für das im Dialog immer wieder geforderte gemeinsame Gebet. Dieses ist weder nacheinander in respektvoller Stille noch gleichzeitig möglich. Das gemeinsame Gebet wäre die implizite Anerkennung fremder Götter und ihrer Anbetung und damit ein manifester Verstoß gegen das erste Gebot. Es gibt für Christen keinen vertretbaren Grund, daran beteiligt zu sein. Die Freiheit Andersgläubiger, für sich zu tun, was sie wollen, bleibt davon freilich unberührt. Die Diskussion über seine Gebote verweigert der Gott der Bibel schon dadurch, dass er sie autoritativ verordnet und Gehorsam fordert. Der Teufel hingegen ist immer bereit, über Gottes Gebot zu diskutieren: „Sollte Gott gesagt haben ...“.
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