Als Teenager war er in einer Methodistenkirche – aber auch in anderen Jugendgruppen, wo er den Eindruck hatte, dass er die beste Unterhaltung geboten bekam. Heute nennt er das selbst „Vorstadtchristentum“, weil es sehr stark auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse abzielt.
Während seines Soziologiestudiums beginnt er, mit Kommilitonen Obdachlose zu besuchen. Claiborne freundet sich mit ihnen an, und bald übernachtet er selbst mit auf der Straße. Dabei findet er Antworten, die ihm sein behüteter Glaube bisher nicht geben konnte. Als er von der Besetzung einer katholischen Kathedrale durch obdachlos gewordene Familien hört, wird er aktiv. Die Diözese will die Kirche binnen 48 Stunden räumen lassen. Shane solidarisiert sich mit den Familien, die ein Banner an die Kirche gehängt haben: „Wie können wir sonntags einen Obdachlosen anbeten und ihn montags abweisen?“ Einen Tag später versammeln sich etliche Kommilitonen in der Kathedrale, um die Obdachlosen zu unterstützen – mit Erfolg. Die Räumung der Kirche blieb aus, aber der Fall ging 1996 durch die amerikanischen Medien…
Praktikum bei MutterTeresa Im Sommer des Jahres organisiert sich Shane ein Praktikum in Kalkutta. Dort lebt er unter den Ärmsten der Armen, unterstützt Leprakranke und sieht das Elend aus eigenen Augen. Danach beendet er sein Studium, aber die Frage bleibt bei ihm, wie die Brücken von Kalkutta sein Leben und seinen Glauben prägen. Er gründet mit 30 anderen Personen die Gemeinschaft „The simple way“ und sie ziehen zu sechst in ein Reihenhaus in der Nähe der katholischen Kathedrale in Philadelphia. Sie wollen in der Nähe der Menschen sein, ihnen helfen und besonders auf soziale Missstände aufmerksam machen, diese aber auch beheben. Dazu gehören Hausaufgabenhilfe Hortangebote, Essen austeilen und vieles andere mehr. Ihr Ziel ist es, Hoffnung in einer Welt ohne Hoffnung durchstrahlen zu lassen. Zeit zu haben für die Menschen um sie herum Und Lösungen und Wege für konkret betroffene Menschen zu finden, zum Beispiel in ihrem Laden „Gathering“ (deutsch: Zusammensein), wo Menschen sich für 1 Dollar eine Einkaufstüte mit Kleidung füllen dürfen. Die Kraft daraus erwächst ihm und seinen Mitstreitern aus der Frage: „Wie könnte unsere Welt aussehen, wenn wir das ernst nehmen, was Jesus gesagt hat und wenn wir das Volk der priesterlichen Könige werden, von dem Jesus spricht?“ Eine herausfordernde und provozierende Frage…
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