In prophetischer Rede sprach Gott durch Josua:
- ICH nahm weg und rief: Terach, Abraham (V 2-3)
- ICH gab Nachkommen: Isaak, Jakob, Esau (V 4)
- ICH sandte: Mose und Aaron, Errettung (V 5)
- ICH führte: aus Ägypten; Schilfmeer, Wüste (V 6-7)
- ICH gab: Land, Segen (V 8-10)
- ICH gab: Sieg, Städte, Häuser, Weinberge, Ölbäume(V 11-13)
Das ganze Volk war herausgenommen aus seinem Alltag. In diesem Innehalten zeigte Gott durch Josua, dass alles, was das Volk bisher erlebte auf sein Handeln zurückzuführen ist. So war Gott es, der Abraham in seine Gemeinschaft, in seine Liebe und in seine Zukunft nahm. Er schenkte Abraham Nachkommen. Auch die Leiter des Volkes Gottes (Mose und Aron) waren Gottes Geschenke an sein Volk (Gemeinde). Gott ist es, der sein Volk führt und leitet. In diesem Zusammenhang verwies Gott mehrfach auf seine Taten. Er weiß auch heute noch, wie leicht wir Menschen diesbezüglich zu Fehleinschätzungen neigen und so manches uns zuschreiben statt seinem Handeln. Deshalb ist es nötig den Alltag immer wieder zu „Ent-schleunigen“, dich herauszunehmen aus dem täglichen Getriebe und dich seinem Wort auszusetzen, damit er dir sein Handeln bewusst machen kann.
Die Erkenntnis der Größe Gottes in seinem Handeln in der Geschichte, wie im persönlichen Leben, veranlasste Josua zu der Konsequenz für sich und sein Volk:
Fürchtet Gott (V 14) und dient Ihm. Dazu gehört:
- wegschaffen der fremden Götter (V 23)
- sein Herz zu Gott neigen (V 23)
- auf Gottes Stimme hören(gehorchen) (V 24)
Gott fürchten: Was ist im AT mit „Gott fürchten“, mit „Ehrfurcht“ gemeint? Dies lässt sich mit einem Beispiel aus unserem Wirtschaftsleben beschreiben. Ist eine Firma ein „Personalunternehmen“, hat sie neben dem Eigentümer oft einen „Prokuristen.“ Der Prokurist hat die Prokura; er sorgt – heißt das wörtlich – für das Unternehmen so wie der Chef. Aber doch hat er bei aller Vollmacht nicht alle Verfügung über das Eigentum selbst. Er kann zum Beispiel die Firma nicht einfach verkaufen. Etwas Entsprechendes ist mit „Furcht Gottes; Ehrfurcht“ gemeint. Besonders deutlich können wir das bei Jesus sehen. Gott hat ihm Macht gegeben und doch blieb Jesus sein ganzes Leben lang nur Prokurist. Menschen meinen oft, sie seien Eigentümer: Eigentümer des Lebens, der Zeit, der Gaben, des Geldes... – aber das stimmt nicht. Du bist in jeder Hinsicht nur Prokurist. Dies wird spätestens der Tod unter Beweis stellen und du wirst erkennen, dass du nicht Eigentümer bist. Ganz anders war es bei Jesus. Von Anfang an lebte er als Prokurist. Nie wurde er zum Eigentümer, er wurde nie selbstständig. Was er gelebt hat, hat er für Gott gelebt; ihm hat Ehrfurcht vor Gott Spaß gemacht. Das war der Grundsatz seiner Lebensgestaltung.
Eine natürliche Folge von „Gott fürchten“ ist, das „fremde Götter weggeschafft werden“ (V 23). Ein entschiedenes Leben mit Gott ist ein fortschreitender Prozess der Loslösungen von bisherigen Bindungen, damit das Leben ganz für Gott gelebt wird.
„Götter“ sind das, worauf du deine Hoffnungen setzt. Das können materielle Dinge sein, Gedanken und Meinungen, Überzeugungen und Ideen, die du dir zu eigen gemacht hast. Außerdem können es Beziehungen sein, die Arbeit, deine Termine, dein Ruf und Einfluss. All das, was du festhältst und mit dem du versuchst dein Leben abzusichern. Da heißt es nun: Lass los...
Loslassen kannst du, wenn du erfahren hast: „Ich bin geliebt von dem, der mich erschaffen hat: Gott. Ich bin sein geliebtes Kind, das ist mein Glück und das ist meine ursprüngliche Identität, die mir meinen Wert gibt.“
Du brauchst nicht darum zu kämpfen, dass du geliebt wirst. Das spricht er dir ganz persönlich zu. Du bist wertgeachtet in seinen Augen und kostbar. Gott hat dich lieb, darum fürchte dich nicht, denn er ist mit dir. Wenn du dich von Gott geliebt und geführt weißt in deinem Leben, musst du dich auch nicht mehr ausgeliefert fühlen an Menschen oder an UmstänUmstände. Dann kannst du deine Sicherheit allein an ihm festmachen und Gott allein dienen (V 14), ihm das „Herz zuneigen“ (V 23), ihn lieben, der dich zuerst geliebt hat.
Es gilt auf Gott zu hören. Im AT hört nur der, der nach dem Hören auch gehorcht. Der Hörende setzt sich Gottes Wort aus, hält es für wahr und entzieht sich ihm nicht. Er lässt Gott ausreden und er ist treu darin, dass er Gottes Unterweisung annimmt. Das heißt: Hören und gehorchen gehören zusammen. Daraus ergeben sich Konsequenzen für den Alltag und das Handeln als Christ.
Josua ging mit gutem Beispiel voran: Er hielt inne. Er hörte auf Gott und lies sich von ihm mit hinein nehmen in sein Handeln in der Geschichte. Josuas Antwort auf Gottes große Taten war seine Selbstverpflichtung: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“ So ging er „mutig voran.“
Von Josua kannst du lernen, vom Glauben ohne Distanz zu reden. Nicht: „Jetzt könnte man“, sondern: „Ich will glauben. Ich will Treue halten. Ich will in Gottes Kraft mutig vorangehen.“ Dies waren die „Grundsätze“ der Lebensgestaltung Josuas. Das beeindruckte seine Mitmenschen. Nach welchen Grundsätzen gestaltest du dein Leben?