Christuszentrierte Erlebnispädagogik in der Jugend- & Gemeindearbeit

Wozu braucht man das überhaupt?

Erlebnispädagogik kann uns dabei helfen, die gute Nachricht der Bibel »ganzheitlich« zu verkündigen.
Das Problem in vielen christlichen Gruppen oder auch bei Freizeiten ist: Das Programm ist lustig und macht Spaß, aber dann kommt die Bibelarbeit oder Andacht und die ist ernst. Es wird nur geredet und das oft nur frontal von vorne. Das wirkt dann für die Kinder und Jugendlichen oft langweilig, obwohl wir doch die beste Botschaft der Welt weitergeben. Außerdem erleben dadurch erleben die Kinder und Jugendlichen Glaube und Alltag oft als „getrennte Welten“. Gerade wenn die Bibelarbeiten sie nur kognitiv und rein verstandesmäßig ansprechen.

Daher kann die Erlebnispädagogik eine Methode sein, die man nutzen kann, um Kindern, Teenagern und Jugendlichen nicht nur von Gott und dem Glauben zu erzählen, sondern mit vielen Sinnen erfahrbar zu machen. Dazu zwei Beispiele: »Im Eisenbahntunnel« und »abhängig«

Aber was ist eigentlich Erlebnispädagogik?

a) Eine mögliche Definition lautet: „Die Erlebnispädagogik initiiert Herausforderungen, deren Bewältigung (oder Nichtbewältigung) ein außerordentliches Erlebnis darstellt. Die Erfahrung bei dieser Herausforderung soll durch eine gezielte Aufarbeitung des Erlebten auf die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen auswirken und somit ins alltägliche Leben übertragen werden“ (nach „ZIP“-Karlsruhe: www.zip-team.de). Oder etwas anders: „In der EP liegt der Schwerpunkt auf dem Lernen durch deutliche Aufarbeitung von Erlebnissen“ (nach „Erlebnis Jungschar“ S. 16).

b) Es gibt dabei viele Facetten und Richtungen in der Erlebnispädagogik. Die EP gibt es nicht. Häufig hat man versucht, sie mit Lernmodellen darzustellen (diese Aufzählung ist übrigens nicht vollzählig):

  • „Just for fun“ („Bungeejumping für Arme“)
  • Der Berg spricht für sich selbst („The mountain speak for themselves“)
  • Outward Bound Plus (Erlebnisse werden reflektiert und bewusst gemacht)
  • Metaphorisches Modell (Die Lebenswelt der Teilnehmer wird von vorneherein mit hineingenommen z.b. durch „Frontloading“ und direkten Übertrag)

Im Grunde müsste man sogar formulieren: EP ist keine Methode, sondern ein Grundsatz.
Ein Beispiel: »Der vergessene Kühlschrank«

c) Typische Phasen einer EP-Aktion sind:  Setting mit »Frontloading« (also Einführung, Einstieg entweder in die Aufgabe oder gleich verbunden mit einem Übertrag ins Leben), Herausforderung, Reflexion, Transfer. In der christuszentrierte Erlebnispädagogik kommt dazu bei der Auswertung einer Aktion noch neben der Sachebene (wie war die Aktion?), der Beziehungsebene (wie war unser Miteinander) und der Gefühlsebene (wie ging es mir dabei?) kommt noch die Glaubensebene (wie kann ich Gott an dieser Stelle einordnen?). Wichtig ist dabei, dass Menschen dabei nicht durch eine manipuliert werden, sondern sie aufbauende Erfahrungen mit ihren Grenzen und Stärken und anderen Menschen machen.

Und wie wird das konkret?
Nicht Sport und Spaß im Programm, dann Bibelarbeit (und die vielleicht noch langweilig), sondern BA integriert in Sport und Spaß. Den Teilnehmern helfen mit mehr Sinnen zu erleben, Gottes Wort nicht nur zu hören, sondern dass was das Bibelwort sagen will auch zu erleben.

Auf diesen Seiten werden wir in den nächsten Monaten verschiedene Praxisbeispiele darstellen und jeweils einen Tipp des Monats vorstellen. Weitere Infos finden sie in der empfohlenen Literatur (auch diese ist nur eine Auswahl) und in der Linkliste, die ebenfalls nach und nach ergänzt wird. Hier nur einige Bildbeispiele von etwas aufwändigeren Aktionen die man z.B. gut an Freizeiten und als Sonderaktion durchführen kann: Picknick im Baum, Höhlentour I + II, Wegsuche beim Wandern mit Kompass und Karte (ein paar Impressionen finden Sie weiter unten). Weitere Infos - auch über die Einbindung der geistlichen »Elemente« gerne auf Anfrage. Kürze und weniger aufwändigere Aktion ab sofort immer regelmäßig im »Tipp des Monats«.

Natürlich freuen wir uns auch über Beiträge aus Euren Gruppen und Kreisen. Gelungene Ideen werden wir gerne auf diesen Seiten als Anregungen für andere mit vorstellen (wenn möglich mit Bild und Beschreibung)

Gerade bei sicherheitsrelevanten Aufgaben (klettern, temporäre Seilelemente) ist eine weitergehende Fortbildung unbedingt angeraten und erforderlich. Dafür gibt es gute Fortbildungen z.B. beim DAV oder verschiedenen Anbietern von erlebnispädagogischen Kursen und Ausbildungen (z.B. www.zip-team.de).

Gerne können Sie sich für weitere Fragen an mich wenden.

Walter Ittner

Impressionen

LKG Scout Erlebnispädagogik Höhlentour
LKG Scout Erlebnispädagogik Impressionen