Mission Material

Begriff

Mission heißt wörtlich Sendung. Die Gemeinde geht in der Mission über die eigenen Grenzen hinaus und ruft Menschen zur Umkehr und zum Glauben an Jesus Christus. Sie folgt ihm nach und lädt zur Nachfolge ein. Mission gehört zum Wesen der Gemeinde Jesu Christi in der Welt.

Biblisch-Theologisch

Gott schuf den Menschen als sein Gegenüber, d.h. jeder Mensch hat seine letzte Sinnerfüllung in der Beziehung zu Gott. Das Anliegen der Mission ist diese Beziehung. Mission findet sich schon im Alten Testament bei der Verheißung Gottes an Abraham (1.Mo 12,3). In ihm sollen alle Volker gesegnet werden (Universalismus). Neben verschieden Stellen des Alten Testamentes (Jes 12,4; Jes 49,6; Mi 4,2; das Buch Jona), in denen Heil und Gottes Barmherzigkeit auch für die Völker angekündigt wird, ruft auch Jesus die Menschen zur Umkehr (Mk 1,15). Er geht selbst den Weg zu den Heiden, obwohl er zu Israel gesandt wurde (Mk 7,27; Lk 7,1-10).

Im Missionsbefehl (Mt 28; Mk 16; Lk 24; Joh 20; Apg 1,8) gilt für alle Jünger (auch für uns heute), dass sie das Evangelium zu allen Völkern bringen sollen. Grund für die christliche Mission ist allein der Heilswille Gottes (1. Tim 2,4). Mission ist kein Anliegen Einzelner mit missionarischer Gabe. Die ganze Gemeinde soll die Mission reichlich, auch finanziell, unterstützen (3. Joh 1, 6-8). In Jesu Auftrag sind wir Botschafter an seiner Stelle (2. Kor 5,20) und verkündigen seine Versöhnung mit der Welt. Der Missionsauftrag Jesu gilt bis zu seiner Wiederkunft.

Geschichtlich

Nachdem Gott die Menschen geschaffen hatte und der Mensch diese Gemeinschaft verlassen hatte (1. Mo 3,8) ging Gott suchend durch den Garten und sprach: „Adam, wo bist du?“. Missionsgeschichte ist diese Suche Gottes nach den Menschen. Geschichtlich war und ist Mission keine Erfolgsgeschichte. Im 7./8. Jh. n.Chr. verlor der Christliche Einfluss weite Teile des mittleren Ostens und Nordafrika. Obwohl der christliche Glaube in Mitteleuropa bis ins 20. Jh. vorherrschend war und viele Missionare entsandt wurden, sind heute die Mehrheit der christlichen Missionare aus Indien, Brasilien, Korea, Philippinen und Nigeria. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich das Verständnis von Mission stark gewandelt. Sie wird seither als das missionarische Zeugnis aller Christen in dem jeweiligen Umfeld verstanden, das in erster Linie von der Kirche vor Ort verantwortet wird.

Inhalt missionarischer Verkündigung

Missionarische Verkündigung geschieht dialogisch, d.h. im wechselseitigen Reden, Hören und Antworten. Mission ist aber nicht nur das Wort, was zum Menschen kommt. Ganzheitliche Mission geschieht in Zeugnis und Dienst, d.h. missionarisch und diakonisch. Die geistliche Not ist dabei die größere, weil sie Ewigkeitsbedeutung hat. Diskussionsbedarf hat bis heute, wie weit das kulturelle und religiöse Umfeld den Inhalt von Theologie und Verkündigung bestimmen darf, ohne die Botschaft selbst preiszugeben (kontextuelle Theologie).