Landeskonferenz „Ich habe meine Mitte in Dir“
Ausgabe Juni/ Juli 2012 - Konrad Flämig, Puschendorf
Unter diesem Thema versammelten sich am 22.4.2012 ca. 1.400 Besucher in Puschendorf. Leider war das Wetter nicht so besonders, aber mit hervorragender Improvisation und Flexibilität ließ sich alles gut lösen. Aus der Halle wurde in der Mittagspause ein Indoor- Spielplatz mit Rutsche, Bastelstrecke und Sumo- Ringer-Fläche. So wurde die Landeskonferenz ein fröhliches Familienfest.
Prof. Hans-Joachim Eckstein brachte die Dinge in seiner exzellenten Verkündigung sowohl im Vormittagsgottesdienst als auch in der Festversammlung am Nachmittag auf den Punkt. „Er hat die Fähigkeit, komplizierte geistliche Sachverhalte so auszudrücken, dass sie ein normaler Mensch versteht“, kommentierte jemand bewundernd die beiden Vorträge. Am Vormittag ging es unter der Überschrift „von Christus befähigt“ um Maria von Magdala (Joh. 20,11ff), die in der tiefen Krise der Kreuzigung zunächst ihre Mitte verliert und sie durch die Begegnung mit dem Auferstandenen wiederfindet.
Hier einige Sätze aus der Predigt:
„Der Herr, den sie verloren glaubt, der steht neben ihr. Glaube heißt entdecken, dass Jesus neben mir steht.“
„Wenn wir weinen und trauern, wen suchen wir dann? Maria sucht den Jesus der Vergangenheit, deshalb konnte sie den Jesus heute nicht erkennen. Und sie überfordert sich, wenn sie denkt, sie könnte die alten Zustände wiederherstellen, indem sie Jesus zurück ins Grab trägt. Glaube heißt nicht, dass wir den toten Jesus durch die Kirche oder die Welt tragen. Der Auferstandene will uns in dieser Welt tragen.“
„Jesus braucht nur ein Wort, um sie zur Mitte zurück zu holen. Er gebraucht ihren Namen (Jes. 43,1). Indem Maria ihn anbetet, hat sie ihre Mitte wiedergefunden. Wir können uns weit von Jesus entfernen, es ist immer nur ein Schritt, um zurückzukommen, denn Jesus steht neben uns.“
Während der Mittagspause gab es Seminare. Auch hier war Prof. Eckstein umlagert und konnte einen guten und intensiven Austausch mit den zahlreichen Besuchern pflegen.
Der Nachmittag gehörte dem Thema „von Christus beauftragt“. Hans Joachim Eckstein verwahrte sich dagegen, nachdem am Morgen der Trost gekommen wäre, nun den Appell nachzuschieben. Er machte an Petrus in Joh 21 deutlich, dass auch die Jünger ein besonderes Geheimnis herausfinden mussten. Auch hier einige Sätze: „Wir haben eine Botschaft, ein Ziel und eine Welt voller Bedürfnisse – und wir wissen nicht, was wir tun sollen. Auch die Jünger sind irritiert und knüpfen an den alten Beruf an. Sie machen das, was sie von früher kennen und wozu sie vermeintlich Jesus nicht brauchen. Wir denken Hau-ruck, fang noch einmal an – und es ist schmerzhaft, nichts zu fangen, Versagen zu ererleben. Petrus muss lernen, dass er nichts hat und den Stolz ablegen, etwas selbst tun zu wollen. Nicht einmal den erlernten Beruf kann er ohne Gottes Hilfe ausfüllen.“
„Dass Jesus da ist, ist das Geheimnis unseres Auftrages. Es gibt keine Handlungsanweisungen, sondern die Zusage der Gegenwart Christi. Je verkrampfter wir es angehen, desto schwieriger wird es. Aber ich selbst bin nicht Gott, sondern ihm gehören meine Lippen, Füße, Hände. Kein müsste und soll treibt mich, sondern die Bereitschaft: Hier bin ich, gebrauche mich.“ „Entscheidender als das Thema „Wozu wir da sind“ ist, „Wer uns beauftragt“. Welche Autorität steht hinter dem, was wir vertreten? Wir orientieren uns zu sehr an der Not der Welt und dem Eifer, helfen zu wollen. Alles tut der Vater in mir. Wir wollen Christus erlauben, das Leben zu gestalten. Die Frage ist nicht, ob ich das kann, sondern ob er durch mich wirken kann. Wir brauchen es nicht allein zu können.“
Neben der Musik des „in motion trio“ war auch das Grußwort von Landrates Matthias Dießl beeindruckend deutlich. Es ging um den Ausspruch Jesu „das Lebens festhalten und verlieren, es loslassen und gewinnen“. Er nahm – ohne es zu wissen – Gedanken aus der Vormittagspredigt auf.
Ca. 70 Kinder, die während der Konferenz ihr eigenes Programm haben, schlossen traditionell die Konferenz mit einem Vortragslied ab. Ein gelungener, abwechslungsreicher (wenn auch etwas zu lang geratener) Tag, zu der auch die engagierte Technik mit ihren hervorragenden Bildern kräftig beigetragen hat.
Konrad Flämig, Puschendorf




