Bewahrt

Ausgabe Oktober / November 2016 -  Marco Seidenfaden, Kirchsittenbach

Es sollte ein schöner Wochenendausflug zu Freunden in den Nordschwarzwald werden. Die Sachen waren verstaut, der Reifendruck geprüft, der Tank voll die Strecke kein Problem. So machten wir uns frohen Mutes auf den Weg.

Der Verkehr war flüssig und es gab keine größeren Behinderungen – bis wir selbst zu einer wurden. Durch ein Fahrmanöver bei Ludwigsburg hat der sich hinter uns befindende VW Passat unseren VW Golf links hinten tangiert, dies brachte unseren Wagen ins Schleudern, wir gerieten frontal in die Mittelleitplanke und blieben nach einer 360° Drehung wieder in Fahrtrichtung zwischen der mittleren und der linken Spur zum Stehen. Blechteile der Motorhaube blockierten die rechte Spur; lediglich der zur Fahrbahn ausgebaute Standstreifen war noch befahrbar. Ein Blick in den Rückspiegel verriet, dass der nach uns kommende Verkehr bereits zum Stehen gekommen war, vorbeifahrende Autofahrer fragten ob sie helfen könnten und auch der Unfallverursacher war vor Ort geblieben. Gott sei Dank: Die Fahrerkabine blieb komplett unversehrt, ja sogar unsere Sachen im Kofferraum trugen keinen Schaden davon. Bis auf das Nummernschild des Unfallverursachers, das noch am Heck hing, sah unser Wagen auch noch ganz annehmbar aus- von hinten. Vorne blieb nicht mehr viel übrig: Sämtliche Teile vor der Fahrerkabine waren zerdellt, zerbrochen oder auf der Autobahn verteilt. Ein Totalschaden, der dankbarer Weise nur aus Bleck bestand.

Jetzt, da der Unfall einige Zeit zurück liegt, weiß ich, dass Gott uns bewahrt hat. Wir haben entdeckt, dass wir oft selbst gar nichts beeinflussen können. Aber er kann nicht nur uns, sondern auch die Getränke im Kofferraum unversehrt bleiben lassen.