Zitate zur Religionsfreiheit

Ausgabe August / September 2016 -  zusammengestellt von Tobias Wagner

Papst Benedikt XVI:
„Die Religionsfreiheit ist eine echte Waffe des Friedens mit einer geschichtlichen und prophetischen Mission. Sie bringt in der Tat die tiefsten Eigenschaften und Möglichkeiten des Menschen, die die Welt verändern und verbessern können zur Geltung und macht sie fruchtbar. Sie erlaubt, die Hoffnung auf eine Zukunft der Gerechtigkeit und des Friedens zu nähren, auch gegenüber den schweren Ungerechtigkeiten so- wie den materiellen und moralischen Nöten.“ (Papst Benedikt XVI Botschaft zum Weltfriedenstag am 1.1.2011)

Martin Niemöller:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ Pfarrer Martin Niemöller, Gründer des Pfarrernotbundes, von 1937 - 1945 im KZ inhaftiert

Bruce Lee:
„Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgendetwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat.“ Bruce Lee (1940-1973), chines. Kampfsportler und amerikan. Schauspieler

Bundespräsident Gauck:

Welche Bedeutung hat der Glaube für Sie persönlich?
Bundespräsident Gauck: „Der Mensch braucht etwas, das ihn trägt und leitet - auch gegenüber der Versuchung zu Gleichgültigkeit und Zynismus. Das ist für mich persönlich der Glaube an Gott. Für andere kann es etwas anderes sein. Und es ist schön, dass wir in einem Land leben, in dem Religion und Weltanschauung den Menschen nicht ausgeredet, sondern als Kern ihrer Persönlichkeit geschützt werden. Ich denke, oft sind sich die Menschen nicht ausreichend bewusst, wie sicher und stark sie diese Freiheit machen kann.“
(Zitat aus einem Interview der Kathol. Nachrichtenagentur im Vorfeld des Katholikentages vom 12.5.2016)

Allerdings ist das Christentum in Deutschland auf dem Rückzug. Ist das ein Problem für unsere Gesellschaft?
Bundespräsident Gauck: Die Bedeutung von Religion und Glauben hat sich in unseren modernen und pluralistischen Gesellschaften sicherlich verändert. Wohin uns diese Veränderungen führen, hängt aber auch von den Gläubigen und den in Kirche und Gesellschaft engagierten Menschen und ihrem Gestaltungswillen ab. Und von ihrem Engagement wird auch die künftige Prägekraft des christlichen Glaubens abhängen. Wie wichtig das Bewusstsein für die eigene Identität ist, ob religiös oder nicht-religiös, wird derzeit auch in ganz anderen Zusammenhängen immer wieder deutlich: Denn jemand mit gefestigter Identität weiß, wo er steht, und begegnet anderen, auch fremden Menschen auf Augenhöhe. Das führt in der Regel zu Dialog und Austausch, der fruchtbar werden kann und gegenseitig bereichert.“ (Zitat aus einem Interview der Bistumspresse vor dem Katholikentag vom 22.5.2016)

Pfr. Dr. Paul Murdoch:

„Die Anti-Sekten Gesetzgebung Frankreichs der letzten Jahre macht es religiösen Minderheiten zunehmend schwerer, frei zu fungieren. In Belgien wird der CVJM vom Verfassungsschutz überwacht. Eine Gruppe von jungen Nordamerikanern, die in Belgien Straßenevangelisation betrieben, wurde kurzerhand ohne Verfahren deportiert. In England verlor eine koptische Christin ihre Anstellung als Stewardess, weil sie darauf bestand, ein kleines Kreuz um den Hals zu tragen, obwohl Sikhs bei der Polizei den silbernen Armreif und den Turban als Zeichen Ihrer Religionszugehörigkeit im Dienst tragen dürfen. Spanien ist unter der gegenwärtigen Regierung einen großen Schritt in Richtung Laizismus gerückt. In Österreich hat der Wiener Kardinal darauf hingewiesen, dass wir als Christen in der modernen Gesellschaft zu einer Minderheit geworden sind, die kreativ wirken soll und Bereitschaft zum Martyrium nötig hat. Als gläubige Christen sind wir eine Minderheit, eine Minderheit, die auch zum Leidenszeugnis für Jesus Christus künftig auch in Europa bereit sein muss. (Dr. Paul Murdoch, Theologe, Studienleiter des Bengelhauses, Tübingen)