Blickpunkt September / Oktober / November 2025  – Aussagen einzelner Personen

Seit 100 Jahren sind wir und dem Zusammenschluss der einzelnen Teilverbände Ansbach, Nürnberg und Hof als gemeinsamer Verband unterwegs. In dieser Zeit haben viele Menschen Erfahrungen mit Gott, unseren Gemeinschaften und Jugendarbeiten gemacht. Sie könnten viele Geschichten erzählen von Segensspuren in ihrem Leben, Erfahrungen wofür sie dankbar sind aber auch Enttäuschungen auf dem gemeinsamen Weg. In diesem Jahr wollen wir in den Ausgaben des Blickpunktes immer wieder einzelne Stimmen hörbar machen.

Diesmal haben wir wieder einzelne Personen befragt: Was habe ich auf meinen Weg mit Gott in der LKG / dem cjb erlebt haben und was sie der LKG für die Zukunft wünschen?

Was habt ihr auf euren Weg des Glaubens in der LKG / im cjb mit Gott erlebt?
Ich durfte Jesus nochmal ganz neu erleben. Ich bin von einem stark charismatischen und überna- türlichen Glauben, mit elitären und leistungserbringenden Glaubenssätzen, hin zu einem Verbun- densein mit Jesus gewachsen. In der ich erleben darf, wie das Licht Jesu auch in meinem Leben Einzug nimmt und in die Welt strahlen kann.

Was beschäftigt Euch momentan am meisten?
Den Heiligen Geist immer wieder nach Weisheit zu fragen. Einerseits für den persönlichen Lebens- und Glaubensweg, andererseits vor allem, wie und wo man in der Welt den Unterschied für Jesus machen kann und soll.

Was ist euer Zukunftswunsch für die LKG und für den cjb?
Ich wünsche mir einen Ort des authentischen Glaubens, in dem Platz für all die persönlichen Höhen und Tiefen ist. In dem die Liebe Jesu zu spüren ist und wir gleichzeitig das direkte Wirken und Eingreifen Gottes erwarten und erfahren dürfen.
Leonard Rauch, Naila

Was hast du auf deinem Weg des Glaubens in der LKG mit Gott erlebt?
Eine sehr hilfreiche Erfahrung steht ganz am Anfang meines Dienstes in der LKG und begleitet mich bis heute. Nach meinem Eintritt in die Puschendorfer Schwesternschaft habe ich oft betont, dass ich nie in der LKG arbeiten wollte, denn ich konnte mir nicht vorstellen, Bibelstunden zu halten und Hausbesuche zu machen. Dann wurde ich Anfang 1981 in die LKG Ansbach gesandt – gerade das, was ich nicht wollte. Alle meine Einwände kommentierte unser damaliger Rektor Siegfried Wild mit einem schlichten Satz, der mir in all den Jahren immer wieder Mut gemacht hat: „Jetzt gehen Sie einmal hin, und dann schauen wir, was Jesus daraus macht.“ – Jesus hat 31 Jahre daraus gemacht; Jahre mit Höhen und Tiefen; Jahre mit viel Freude und Stärkung meines Glaubens und mit dem Wachsen meines Vertrauens, dass er auch über meine Grenzen hinweg mit mir Gutes vor- hat. Das hat mir durch harte Zeiten hindurch geholfen und lässt mich bis heute aufatmen!

Was beschäftigt dich momentan am meisten?
Der Wind, der uns in der Nachfolge Jesu entgegenweht, wird rauer und die Gefahr größer, dass wir in einem schleichenden Prozess nicht mehr unser Leben nach dem Wort Gottes ausrichten, sondern das Wort Gottes an unsere Lebensvorstellungen anpassen.
Wie dringend notwendig das Gebet für den Verband und die einzelnen Bezirke ist, dass die LKG ein Ort bleibt (oder wieder wird?), an dem das Wort Gottes wichtiger ist als „attraktive Äußerlichkeiten“, und dass bei allen Aktionen das Fragen nach dem, was Jesus dazu sagt, im Vordergrund steht.

Was ist dein Zukunftswunsch für die LKG und den cjb?
Dass wir niemals meinen, wir würden die Bibel schon so gut kennen, dass wir nicht mehr gründlich darüber nachdenken müssten. Und dass dieses Wort unseren Alltag und unser Miteinander wirklich prägt und bestimmt.
S. Hannelore Pehland, Puschendorf

Was hast Du auf dem Weg des Glaubens in der LKG mit Gott erlebt?
Gott hat die „Gemeinschaft“, wie sie damals einfach genannt wurde, gebraucht, um die Rettung durch Jesus Christus zu verkünden. Die Prediger, Pfarrer und viele Laienbrüder gaben Zeugnis von dem, was es mit dem Glauben auf sich hat. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg gab es eine Hunger nach Gottes Wort für den Alltag. Gemeinschaftsstunden an vielen Orten Bibelwochen, Bezirkskonferenzen und im Sommer Garten- und Waldfeste mit vielen Besuchern. Die Kinder waren dabei ohne extra Programm. Ein Gitarren-Chor, ein paar Bläser genügten zur Liedbegleitung aus dem „Reichsliederbuch“. Immer war das Bestreben die Heilsbotschaft von Jesus für die alltäglichen Herausforderungen verständlich zu machen. Auch manche Gesetzlichkeiten, über die wir heute schmunzeln, waren manchmal wichtig. Höhepunkte waren die Pfingsttagung und Freizeiten. Dabei waren die Schwerpunkte den Glauben zu stärken und zur Nachfolge und Mitarbeit einzuladen.

Was beschäftigt Dich momentan am meisten?
Die heutige Gesellschaft, auch die christliche, kommt oft gar nicht mehr zur Ruhe und Besinnung durch die Überflutung der Medien und Events. Man ist nicht bereit, eine Glaubensbeziehung zu Jesus einzugehen. Wobei die Not und das Klagen überall zu vernehmen ist. Darum, wo immer es geht, wollen wir die Einladung Jesu weitersagen: „Kommt her zu mir alle …“ Unsere Bemühungen, die Frohe Botschaft unter die Leute zu bringen, können nur durch den Heiligen Geist Frucht bringen. Jesus hat zugesagt, die Bitte um den Heiligen Geist zu erhören. Was dann geschieht, werden wir sehen.

Was ist Dein Zukunftswusch für die LKG und cjb?
Trotz der großen Veränderungen in der Gesellschaft bleibt der Auftrag Jesu an seine Jünger ohne Abstriche bestehen. Die Zukunft der LKG und des cjb’s hängt auch davon ab, nahe bei Jesus zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass er mit seinem Auftrag für uns einen Platz in der Gesellschaft hat. Er wird’s tun!
Gottfried Seemann, Bad Windsheim

Was habe ich mit Gott erlebt?
Im Frühjahr letzten Jahres überlegten wir uns in Bad Windsheim, ob wir als LKG eine Evangelisation hinbekommen würden. Im GR war die Stimmung noch nicht eindeutig. Schaffen wir das – oder überfordern wir uns? Je länger das Thema reifte, desto mehr tendierten wir für ein: Jawohl, das machen wir! Und Gott schenkte es, dass im Arbeitskreis eine unternehmungslustige Stimmung aufkam. Also luden wir die Deutsche Zeltmission zu einem Info-Nachmittag ein.
Danach war schnell klar: Wir werden es wagen. Und Gott schenkte uns Spender. Geld war kein großes oder gar hinderliches Thema.
Und Gott schenkte es, dass die Geschwister der einzelnen Teams super zusammenpassten. Das wurden keine Grundsatzdiskussionen geführt, sondern zielgerichtet und speditiv gearbeitet: Moderation, Verpflegung, Deko, Werbung und natürlich das Gebet.
Und Gott schenkte uns eine tolle Woche. Wir LKG’ler wuchsen zusammen. Außenstehende wurden angesprochen. Das Essen, das Programm, das Gebet – es war wie aus einem Guss.
So konnten wir einen Glaubenskurs anbieten. Und Gott schenkte es, dass daraus eine feste Lebensgruppe erwuchs. Alle 14 Tage treffen sie sich – eine Person wurde Mitglied. Schön, wie Gott uns gebraucht.
Markus Klein, Bad Windsheim