Verbandsmitarbeitertag am Samstag, 28.1.2012, in Puschendorf

200 Leute waren trotz Schnee und Willow Creek Kongress aus allen Teilen des Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbandes Bayern in Puschendorf zusammengekommen. Die Anregungen von Johannnes Reimer hatten im letzten Jahr viele nachdenkliche Impulse erbracht, und deshalb wollten wir dieses Jahr gern weiter in die Richtung der Bedeutung von Gemeinde für die Gesellschaft nachdenken.

Johannes Reimer beim Vortrag am Vormittag
Die Puschendorfer Konferenzhalle
Die Puschendorfer Konferenzhalle
Johannes Reimer, der an dem Tag Geburtstag hatte, erhält ein Geburtstagsgeschenk von Verbandsinspektor Konrad Flämig

Die Tischgruppen mit einem guten Mix an Jung und Alt konnten sich über Ideen für ihre Gemeinschaft vor Ort austauschen, das wurde intensiv genutzt.

„Wie Gemeinde evangelistisch(er) wird“, so das Thema am Vormittag.
1. Ehrliche Feststellung: Unsere Art von Evangelisation funktioniert nicht wie erhofft.

  • „Wer in der Woche nicht das Evangelium lebt, wird am Sonntag nur Worthülsen bringen.“
  • Wenn Wachstum geschieht, dann ist das mehr Transferwachstum aus anderen Gemeinden als Neubeginn der Nachfolge

2. Die Fixierung auf bestimmte Methoden macht die Gemeinde arm

  • Wir arbeiten sehr stark wortlastig. Wir brauchen mehr „Lebensevangelisation“.
  • Die Worte ziehen nicht, weil unser Leben so laut etwas anderes spricht.
  • Zuerst kommt das Vertrauen. Und wenn andere uns vertrauen, werden sie auch die Worte eher hören.
  • Sehr viel Verkündigung in der Apostelgeschichte ist reaktiv, das heißt: es wird erklärt, was geschehen ist (z.B. zu Pfingsten erklärt Petrus das Hörwunder)

3. Evangelisation ist zu sehr Aufgabe von Einzelnen, während die Menge der Gemeinde passiv bleibt

  • Wir sind Leib Christi: „Der ganze Körper muss evangelisieren, er braucht nicht nur eine lange Zunge.“
  • Die Gemeinde ist eine Agentur zur Vermittlung des Evangeliums
  • Wenn die Gabe in die Aufgabe hinein fließt, dann kommt Energie.
  • Wir brauchen eine Willkommenskultur, denn die ganze Gemeinde soll evangelisieren.
  • Die Veränderungen zu koordinieren ist Sache der Leitung.


In der Mittagszeit wurden einstündige Workshops angeboten, bei denen man sich intensiv austauschen konnte:

  • Unterwegs mit Menschen. Wie wir gute Begleiter sein können. (Johannes Reimer)
  • Sprachkurs für Christen. Wie wir in unserer Welt sprachfähig werden und bleiben. (Marcus Dresel)
  • Mission als Lebensstil. Warum ich (k)eine Gabe für Evangelisation habe. (Bolko Mörschel)
  • Selbstversorger oder Dienstgemeinschaft. Wie unser Gemeindeverständnis die missionarische Gesinnung beeinflusst. (Konrad Flämig)
  • Motiviert. Wie sich neue Begeisterung für Jesus und für Menschen entzündet. (Daniel Röger)


„Als Gemeinde in der Gesellschaft leben“, so das Thema am Nachmittag.
Wie baut man Gemeinde um, dass sie für die Gesellschaft an Bedeutung gewinnt?

  • Das ist eine Schlüsselfrage, weil Veränderungsprozesse Zeit und Mut erfordern und auf gefügte Strukturen treffen.
  • Der Klärungsprozess erfordert 1 Jahr konzeptionelle Arbeit der Leitung und der Gemeinde
  • Das Konzept der gesellschaftsrelevanten Arbeit einer Gemeinde wurde vorgestellt.
  • Wir agieren heute oft als „Drive in Church“, wichtig ist, dass wir lokal präsent und verortet sind.
  • Das ist ein Plädoyer für das „gute alte“ Parochialprinzip
  • Wir wollen analysieren, wo wir Beziehungen haben:
  • Karte der sozialen Beziehungen
  • Karte der religiösen Beziehungen
  • Karte der spirituellen Findung (Wo will Gott uns sehen?)


Fotos: Walter Kleinwächter, Bad Windsheim